DIE LINKE Norderland: Fragen zur Schließung des Helenenstifts bleiben unbeantwortet
Mit Verwunderung nimmt Die Linke Ortsverband Norderland die jüngsten Vorstellungen des Landkreises Aurich zur Zukunft des Helenenstifts in Hage zur Kenntnis. Während heute eine Sanierung des Gebäudebestandes als wirtschaftlich sinnvoll dargestellt wird, wurde die Schließung der Pflegeeinrichtung im Jahr 2024 mit angeblich unüberwindbaren Brandschutzmängeln begründet.
Mit Verwunderung nimmt Die Linke Ortsverband Norderland die jüngsten Vorstellungen des Landkreises Aurich zur Zukunft des Helenenstifts in Hage zur Kenntnis. Während heute eine Sanierung des Gebäudebestandes als wirtschaftlich sinnvoll dargestellt wird, wurde die Schließung der Pflegeeinrichtung im Jahr 2024 mit angeblich unüberwindbaren Brandschutzmängeln begründet.
Bereits im März 2024 hatte die vom Landkreis beauftragte Pluralis GmbH festgestellt, dass sich die Grundsubstanz des Hauptgebäudes in einem annehmbaren Zustand befindet. Die Gutachter empfahlen Sofortmaßnahmen im Bereich des Brandschutzes mit geschätzten Kosten von rund 350.000 Euro. Darüber hinaus wurden Investitionen von etwa 5,2 Millionen Euro genannt, um die Einrichtung schrittweise an heutige Anforderungen anzupassen.
Dennoch erklärte der Landkreis wenige Monate später, vom Gebäude gehe eine Gefahr für Leib und Leben aus, und schloss die Pflegeeinrichtung. Die Bewohner mussten ihre gewohnte Umgebung verlassen und überwiegend in einen leerstehenden Flügel des Krankenhauses Norden ziehen, was eine Verschlechterung für viele bedeutete: In Hage befanden sie sich zum Beispiel im Ortskern, in dem auch mit dem Rollator am Leben teilgenommen werden konnte, was in Norden nicht möglich ist. Auch auf die Gemeinschaftsräume und eine Cafeteria mit sozialen Preisen müssen die alten Menschen jetzt verzichten. Wenn am Wochenende Besuch kommt, ist die Cafeteria im Krankenhaus geschlossen.
„Wenn heute von Einsparungen gegenüber einem Neubau in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro die Rede ist, stellt sich die Frage, warum die damals vorgeschlagene Modernisierung nicht ernsthaft verfolgt wurde“, erklärt Die Linke Norderland. „Offenbar wäre ein Erhalt der Einrichtung mit deutlich geringeren Investitionen möglich gewesen.“
Die Linke fordert den Landkreis Aurich auf, sämtliche Gutachten und Entscheidungsgrundlagen offenzulegen. Die Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf Transparenz darüber, weshalb die stationäre Pflege aufgegeben wurde, obwohl nun erhebliche Mittel in die Sanierung des Gebäudekomplexes investiert werden sollen.
Der Fall Helenenstift erinnert viele Menschen an die Schließung des Krankenhauses Norden. Auch dort wurden wirtschaftliche Zwänge vorgeschoben, während die Folgen für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Hintergrund traten. Die Linke Norderland wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass soziale Infrastruktur als notwendige Daseinsvorsorge und nicht ausschließlich nach wirtschaftlichen Kriterien bewertet wird.

