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Die Zustände im Auricher Krankenhaus

Der Kreisverband, die Auricher Ratsfraktion und die Kreistagsabgeordnete Blanka Seelgen von den Linken bestätigen die veröffentlichten Berichte von UEK-Ärzten über die miserablen Zustände dort. Deren Beschreibung ist schockierend, aber nicht überraschend. Seit Monaten schon mehren sich Informationen und Berichte von Mitarbeitern und Patienten über die schlimme Situation im Auricher Krankenhaus. Die negativen Erfahrungen der Betroffenen stimmen mit den Aussagen der Ärzte überein. Das Personal ist stark überlastet und aufgrund der anhaltend schlechten Lage auch demotiviert und zum Teil sogar resigniert. Bürgerinnen und Bürger haben Angst derzeit ins Auricher Krankenhaus eingeliefert zu werden.

Die unverantwortliche und viel zu frühzeitige Abwicklung des Norder Krankenhauses hat maßgeblich zur Überlastung des UEK Aurich beigetragen. Mit dieser folgenschweren Entscheidung wurde eine desaströse Abwicklungsspirale der Krankenhausversorgung im Landkreis Aurich bewusst in Gang gesetzt und beschleunigt.

Die noch Anfang Januar öffentlich abgehalte Lobeshymne des Klinik-Geschäftsführers Dirk Balster, wie gut die Mitarbeiter die über 10%ige Zunahme an Patienten bewältigt hätten, ist vor diesem Hintergrund nur zynisch. Tatsächlich sind aber viele Mitarbeiter an ihrer Leistungsgrenze. Sie trauen sich nicht öffentlich über die Missstände zu reden. Ihren Vorgesetzen können sie sich nicht anvertrauen. Die Trägergesellschaft konzentriert sich vorwiegend auf die Zentralklinik. Im Aufsichtsrat ist die politische Kontrolle nur auf wenige Abgeordnete konzentriert. Die Geschäftsleitung macht sich zum Vollstrecker der Abwicklung, und der Betriebsrat schaut weitgehend untätig zu.

Auch die hoch bezahlten Chefärzte solidarisieren sich nicht mit ihren Mitarbeitern. Statt ernsthaft auf die Vorwürfe einzugehen, verurteilen sie in einer Stellungname auf üble, bornierte Weise die kritischen Ärzte als unfähige, faule Nestbeschmutzer. Und die politischen Vertreter aus der Gesellschafterversammlung wiegeln die Vorwürfe ebenfalls ab und verurteilen lieber den Überbringer der schlechten Botschaft. Der Vorsitzende SPD-Kreistagsfraktion Johannes Kleen fordert miteinander zu reden, verurteilt aber die Vorwürfe sofort als schäbig und unverantwortlich, anstatt die selbst geforderte Aufklärung abzuwarten.
Die Linke unterstützt daher solidarisch die Forderungen des Norder Aktionsbündnis, ist für den Erhalt des Krankenhauses Norden und unterstützt die Forderung nach einem unabhängigen Gutachten über die Defizite in der Krankenhausversorgung. Auch die Forderung nach einer ohnehin versprochenen 7/24-Notfallversorgung in Norden ist richtig. Patienten aus dem Raum Norden sind derzeit durch die marode Versorgung besonders gefährdet, auch verstärkt durch die mangelnde Hausarztversorgung.

Der Kreistag muss sich mit den offenbarten Missständen beschäftigen und seinen Vertretern im Aufsichtsrat Anweisungen geben, damit die Trägergesellschaft sich endlich wieder ernsthaft um eine ordentliche Aufrechterhaltung der Krankenhausversorgung kümmert. Die politische Kontrolle im Aufsichtsrat muss zudem durch mehr Kreistagsmitglieder aus allen Fraktionen erweitert werden.

Eine Fortsetzung der bisherigen ignoranten und fahrlässigen Abwicklungsstrategie wird sonst zum totalen Kollaps der Krankenhausversorgung führen. Ein „weiter so“ bis zur Fertigstellung der Zentralklinik noch über Jahre hinweg ist völlig verantwortungslos. Personal und vor allem Patienten tragen sonst mit ihrem Leib und Leben den Preis für den Traum von der schönen neuen Zentralklinik.

Kontakt

Blanka Seelgen

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