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Erwiderung auf Stellungnahme von Hange Ukena zur Bahnreaktivierung

Die Ratsfraktion Die Linke widerspricht der Kritik von Hange Ukena an der Bahnreaktivierung – und erklärt, warum eine volkswirtschaftliche statt betriebswirtschaftliche Betrachtung entscheidend ist.

Herr Ukena interpretiert die Argumente für die Bahnreaktivierung offenbar falsch. Ich hatte deutlich gesagt, dass es sich um eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung handelt und nicht um eine betriebswirtschaftliche. Die Bereitstellung von öffentlichem Personenverkehr rechnet sich betriebswirtschaftlich genauso wenig wie der Bau von Straßen, Schulen oder Kindergärten. Und wie Herr Ukena ja selbst einräumt, handelt es sich um eine Aufgabe der Daseinsvorsorge. Solche Aufgaben werden in der Regel immer bezuschusst, sonst gäbe es viele öffentliche Einrichtungen und Infrastruktur gar nicht. Erfolgreiche Bahnstrecken werden auch nach Ablauf der 20 Jahre weiter bezuschusst.

Und fast alle regionalen Bahnreaktivierungen waren äußerst erfolgreich, oft mit Fahrgastzahlen über den Prognosen. Herr Ukena erklärt nicht, warum das Steuergeldverschwendung ist und warum nur der Straßenunterhalt für Autoverkehr subventioniert werden soll, aber nicht ein öffentliches Verkehrsangebot für immer mehr Menschen, die mal ohne Auto mobil sein wollen oder müssen.

Abstrus ist daher auch Ukenas Kritik, durch die Bahn würden Werkstätten und Tankstellen weniger Umsatz machen. Mit der Logik müsste man sogar Busse abschaffen, damit alle im Auto fahren. Aber genau diese Kosten für Tanken und Unterhaltung von Autos belasten die Bürger immer mehr. Alternativen zum Auto zu fördern ist daher sinnvoll und im Interesse vieler Bürger und auch des Klimas. Zudem ist prognostiziert, dass es täglich bis zu 6.250 Fahrten zur oder von der Zentralklinik weg geben wird. Mindestens ein Drittel wird aus dem Bereich Aurich durch Moordorf rollen beziehungsweise sich dort stauen. Ist das für Herrn Ukena und seinen Verein die bessere Lösung für Moordorf?

Die Behauptung von Herrn Ukena, durch die Versiegelung der neuen Bündelungsstraßen wäre das Entwässerungskonzept für Südbrookmerland obsolet, ist äußerst unwahrscheinlich. Der Anteil an neuer Versiegelung ist im Verhältnis zur gesamten Versiegelung in Südbrookmerland verschwindend klein. Gleiches gilt für den Aufwand der Straßenunterhaltung.

Und eine Seilbahn mit ihren vielen Stützen würde noch mehr Versiegelung bedeuten. Zumal das Gleis darunter für den Güterverkehr erhalten bleiben muss. Außerdem wäre eine Seilbahn mindestens 10 m hoch. Ob einige Anwohner den direkten Blick in ihre Gärten von oben besser finden als eine Lärmschutzwand zur Bundesstraße ist fraglich.

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Hendrik Siebolds

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