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LINKE wirbt für konstruktiven Dialog zur Bahnreaktivierung

Für die Auricher Stadtratsfraktion der Linken ist die anhaltende Kritik an der möglichen Bahnreaktivierung aus Südbrookmerland nicht mehr nachvollziehbar. Insbesondere die Behauptung von Bürgermeister Thomas Erdwiens und Ratsherr Hinrich Albrecht, dass Südbrookmerland bei den Bahnplänen immer übergangen wird, ist unzutreffend. In über 30 Jahren Kampf und Werbung für die Bahnreaktivierung wurden die Interessen und Bedenken Südbrookmerlands immer ernst genommen. Gerade deshalb, weil sich die Befürworter bewusst waren, dass eine Reaktivierung gegen Südbrookmerland schwerer umzusetzen ist.

Es wurden viele Informationsveranstaltungen vom Verein „Ran an die Bahn“ durchgeführt, auch einige direkt in Moordorf. Angebote zur Information des Gemeinderates wurden nicht angenommen. Unzählige schriftliche Dokumente mit Informationen wurden verfasst. Der Rat der Stadt Aurich hat schon vor Jahren einen „Runden Tisch Bahn“ eingerichtet, an dem ausdrücklich zwei Mitglieder aus dem Südbrookmerlander Gemeinderat beteiligt wurden. Über diesen Runden Tisch hatten diese Vertreter Zugriff auf alle Dokumente der Stadt, unter anderem auch schon frühere Gutachten zur Bahn. Zwar hat der Runde Tisch länger nicht getagt, weil die Machbarkeitsstudie und das Verfahren zu Reaktivierung abgewartet werden sollten. Auf Wunsch der Südbrookmerländer Vertreter wäre der Runde Tisch aber sicherlich vom Auricher Bürgermeister einberufen worden. Auch im Kreistag sind Südbrookmerländer Politiker vertreten, z.B. Hinrich Albrecht selbst. Sie hätten dort Fragen zur Machbarkeitsstudie einbringen können. Im Übrigen sind mittlerweile sämtliche Informationen und Argumente zur Bahnreaktivierung öffentlich bekannt.

Zudem sind viele der immer wieder vorgetragenen Bedenken gegen die Reaktivierung sachlich widerlegt. Zum Beispiel beim Thema Lärmschutz. Die elektrifiziert Züge werden sehr leise sein. Nur wenige niedrige Lärmschutzwände sind eventuell erforderlich. Es ist doch offensichtlich vor allem die Bundesstraße mit den vielen Autos die Moordorf zerschneidet und mit Lärm und Abgas belastet. Die Bahn bringt da eher Entlastung als neue Behinderungen. Auch das Argument der vielen Bahnübergänge ist technisch lösbar. Ein Großteil der vielen Bahnübergänge wurde ohnehin illegal angelegt. Die Gemeinde hat das wohl geduldet und insgesamt in den vergangenen Jahrzehnten auch in ihrer Baupolitik kaum Rücksicht darauf genommen, dass die Bahnstrecke immer als solche gewidmet war.

Auch andere Argumente der Kritiker sind wenig stichhaltig, ja sogar abstrus. Natürlich fährt niemand mit dem Auto von Großheide nach Moordorf, um dort in den Zug nach Emden zu steigen. Selbstverständlich leben nicht alle Südbrookmerländer so nah an der Strecke, dass sie diese im Alltag häufig nutzen würden. Aber schon nach einer früheren Studie ist das Fahrgastpotenzial in der Nähe der Bahnstrecke sehr hoch. Eine Buslinie anstatt des Zuges erscheint nicht sinnvoll. Die Busse würden im Stau stehen, während die Bahn an den Bahnübergängen Vorfahrt hat und zeitgenau fahren kann. Und würden die Kritiker eine Expressbuslinie für notwendig halten, hätten sie diese längst im Kreistag ansprechen oder beantragen können. Insofern sind die Argumente der Kritiker nicht überzeugend.

Die Ratsfraktion der Linken ist aber nach wie vor für einen konstruktiven und sachlichen Dialog. Und sie ist auch bereit, sich dafür einzusetzen, dass Südbrookmerland möglichst nicht mit Kosten belastet wird. Für stark betroffene Anwohner sollte es Kompensationen geben.  Die südbrookmerlander Politiker sollten aber auch Verantwortung für die Entwicklung des ganzen Landkreises übernehmen. Von der Bahnreaktivierung würden viele Tausend Bürger im Landkreis und auch aus Emden profitieren, die so mehr Mobilität unabhängig vom Auto bekämen. Gleiches gilt für den Tourismus. Nicht nur die Mittelzentren Emden und Aurich würden gestärkt, sondern auch durch eine spätere Anbindung das Mittelzentrum Norden. Denn es geht nicht allein um den Bahnfernverkehr, sondern vielmehr um einen Nahverkehr zwischen Emden, Aurich und Norden. Und die Erreichbarkeit der Zentralklinik mit dem ÖPNV würde erheblich verbessert.

Kontakt

Hendrik Siebolds

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